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Den Wurschtel kann keiner
erschlagen |
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aber |
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Der Kasperl aus der Kiste
ist tot |
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Zum Lebensprinzip
erhobener Egoismus, der Missbrauch von privaten Rechtsschutzversicherungen
wie auch ins Pathologische verkehrte Tierliebe und nicht zuletzt Dr. Google
haben das Verhältnis zwischen Besitzer und Tierarzt wie auch zwischen
Besitzer und Haustier massiv verändert. Das Verhältnis des
Tierarztes zum Tier ist gleich geblieben. Aber obige Zustände machen die
Arbeit immer mühsamer und werden immer mehr zu Lebenszeiträubern. Und immer
weniger zur so wunderbaren Kombination von Berufung und Beruf. Die
Leistungsbereitschaft bis hin zum 24-Stundendienst dient dem Wohl des Tieres,
nicht der Beliebigkeit und dem Ego des geschätzten Besitzers. Und dann sind da noch einige, deren Vorfahren einst auf das „bei meiner Ehr´“ stolz waren, die heute selbst ein per Handschlag gegebenes Wort aus Gier und/oder Neid sogar vor dem Kadi, vor den sie einen unvermittelt zerren, vergessen oder verdrängen. Ellbogen haben das Rückgrat ersetzt. Selektive Demenz scheint nicht nur im öffentlichen Leben im Vormarsch so lange sie zum eigenen Vorteil gereicht. Irgendwann im Leben
kommt wohl für jeden ein Moment der Bestandsaufnahme. Zeit ist vergangen. Die
Restlaufzeit wird allmählich kürzer als das bereits verbrauchte Guthaben. Die
Bilanz fällt langsam in die roten Zahlen. Die Berufung wird
immer öfter vom Prinzip „Ich bin Ich“,
„Wer zahlt schafft an“ oder „Haben Sie was Schriftliches?“
missverstanden und ausgenützt. Das betrifft nicht nur den Tierarztberuf. Nicht von Ungefähr
sind die Ausfallsraten bis hin zum Suizid bei den helfenden Berufen mehr als
überdurchschnittlich hoch. Allgemein bekannt und überall nachzulesen. Glücklich, wer das rechtzeitig erkennen kann. Und die Möglichkeiten hat darauf zu reagieren. An der Berufung sich
um das Wohl der Tiere zu kümmern ändert das nichts. Nur der Lebensplan wird neu überdacht. Die Prioritäten im
Leben neu geordnet. In diesem Sinn
verabschiedet sich der Wurschtel, verspricht allen Tieren weiter seine Hilfe
und bittet um Verständnis, dass er öfter mal auf Reisen
oder sonst wie unterwegs sein kann und seine Restlaufzeit nicht mehr im 24 –
Stundendienst nur am Telefon, im Auto oder im Stall verbringt. Der Kasperl aus der
Kiste ist tot. Nicht der Verfasser.
Er ist rechtzeitig aus der Kiste gesprungen. Es bleibt ihm (hoffentlich) noch
einige Zeit selbstbestimmten Lebens. Es findet sich – frei nach
„Der König ist tot, es lebe der König“ – ein/e Neue/r. Aber das ist
eine andere – nicht mehr meine Geschichte. |
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Dr. Friedrich
Wollinger |
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Ps.: Streite nie mit einem Idioten. Er zieht dich auf sein Niveau und schlägt dich dort mit seiner Erfahrung. |
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