SRI LANKA / CEYLON

mehr als nur eine Urlaubsdestination sonnenhungriger Pauschaltouristen

   

  

Knapp nördlich des Äquators gelegen ist die Insel etwa so groß wie Österreich ohne Tirol und Vorarlberg, hat 2,5x so viele Einwohner und ist in  10 Flugstunden erreichbar.

Bekannt vor allem als Urlaubsdestination im Winter zu pauschaltouristisch erschwinglichen Preisen.

2500 Jahre Kulturgeschichte und die Vielfalt der tropischen Natur werden oft nur am Rand wahrgenommen.

 

Neben Moscheen, christlichen Kirchen, Hindutempeln sind es vor allem die zahlreichen buddhistischen Klöster, die Geschichte der Insel zeigen.

In den sogenannten Pali-Chroniken ist sie von buddhistischen Mönchen auf Palmblättern seit 2500 Jahren lückenlos aufgezeichnet.

   

    

 

    

Die Besiedelung erfolgte nicht, wie man aus der geographischen Lage am Südende Indiens schließen könnte, von da, sondern vom Norden Indiens.

Diese Singhalesen entstammen den gleichen Wurzeln wie die aus dem Indischen Raum nach Europa gewanderten Indogermanen.

Das ist noch heute mit etwas Phantasie an der Physiognomie vieler Einwohner zu erkennen.   

 

 

Und wenn man genau hinhört und sich der lange vergangenen Schulzeit erinnert, dann bemerkt man, dass sie die berühmte zweite Lautverschiebung der Deutschen Sprache nicht mehr mitgemacht haben. Das äußert sich im ständigen Vermischen von "P" und "F" im Sprachfluss. Und erklärt, warum man zeitweise trotz eigener leidlicher Englischkenntnisse oft einmal Schwierigkeiten beim Verstehen so mancher Erklärung hat.

 

 

Sie besiedelten zuerst die relativ trockenen Ebenen im Landesinneren.

Wegen der saisonalen, vom Monsun abhängigen Trockenheit bzw Regenzeit waren sie als Reisbauern gezwungen Hilfe aus Südindien zu holen.

Im Norden hatte man keine Wasserprobleme. Daher auch keine Erfahrung mit künstlicher Bewässerung und Wasserhaushalt.

Hier mussten aber ausgeklügelte Systeme geschaffen werden, die das ganze Jahr über Wasser garantierten.

Mit großem Aufwand wurden Staudämme und Kanäle gebaut, die bis heute trotz zwischenzeitlicher Vernachlässigung während der Englischen Herrschaft immer noch die Landschaft prägen und heute wieder landwirtschaftlich genutzt werden.

 

 

Laut den Aufzeichnungen stammen die ersten beiden Seen aus dem 5. bis 3. Jahrhundert v. Chr. und dienten der Königsauptstadt Anuradhapura als sichere Wasserquelle.

In diese Zeit fällt auch die Einführung des Buddhismus auf der Insel durch den nordindischen König Ashok.

Seit dieser Zeit prägen unzählige Dagoben und Buddhastatuen sowie Klöster das Bild im ganzen Land.

 

 

Der offensichtliche Wohlstand lockte auch Begehrlichkeiten der Tamilen in Südindien. Immer wieder kam es zu Kriegshandlungen.

So musste dann auch der Königssitz ins benachbarte Pollonaruwa verlegt werden.

Die Tamilen wurden besiegt und ein blühendes Königreich unter singhalesischer Herrschaft dauerte bis über die Jahrtausendwende.

Anuradhapura wurde als buddhistische Anlage weiter gepflegt und in Ehren gehalten.

 

 

 

Die südindischen Tamilen waren aber immer ein Unruheherd und eine Bedrohung. Letztlich kam es zur Spaltung der Insel in einen tamilischen Norden und einen singhalesischen Süden.

 

Um 1500 begann dann auch hier die Neuzeit in Form der kolonialen Herrschaft. Zuerst durch die Portugiesen.

Die Singhalesen wurden in die Berge zurückgedrängt, wo sie die neue Königsstadt Kandy errichteten und als Sitz des Restkönigreichs noch 200 Jahre verteidigten.

Heute ist Kandy eine im Verkehr erstickende Stadt  mit einem der wichtigsten Heiligtümer der Insel.

Der Sri Dalada Maligawa - der Tempel des Zahn beherbergt einen Zahn Buddhas. Diese Reliquie ist über die Jahrhunderte im Indischen Archipel weit gereist.

Heute ein touristisches Muss. Die Massen stauen sich gemeinsam mit Massen von Gläubigen durch die Räume. Andacht sieht anders aus. 

 

 

 

 

Die Portugiesen  beschränkten sich auf den Seehandel mit Gewürzen und Edelsteinen.

So entstanden die diversen Seefestungen an den Küsten im Westen und dem Osten.

Die an der Küste ansässigen muslimischen Araber bekamen Konkurrenz im bis dahin von ihnen alleine dominierten Handel.

  

   

  

Und Konkurrenz durch die Christliche Missionierung der Portugiesen.

So ist bis heute ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung an der Westküste noch immer Christlichen Glaubens.

Auch öffentlich erkennbar an den zahlreichen, gepflegten Kirchen und gut besuchten Schulen.

 

 

Die ebenfalls im Indischen Ozean operierenden Holländer verbündeten sich mit den Singhalesen in den Bergen und vertrieben die Portugiesen.

Der Versuch im Anschluss daran auch das Königreich in den Bergen aufzulösen gelang aber nicht.

Zu unzugänglich waren die teils von Dschungel durchzogenen Hochebenen für die unerfahrenen Flachländer.

   

   

Erst die Engländer besiegten die Singhalesen im Hochland nach langen Kämpfen um 1800.

Sie erkannten das wirtschaftliche Potential dieser Gegend und begannen die Landschaft zu kultivieren und technisch zu erschließen.

 

 

Neben allen erdenklichen Früchten und Gemüsesorten dominieren heute über weite Flächen die Teeplantagen oft internationaler Konzerne.

Da sich die Singhalesen beharrlich geweigert hatten in den Plantagen zu arbeiten, brachten die Briten Tamilen vom Indischen Subkontinent.

Eine fatale Entscheidung. Unterschiedliche soziale und ethnische Strukturen gipfelten in einem Jahrzehnte andauernden Guerillakrieg.

Offiziell wurde er erst vor kurzem für beendet erklärt. Die emotionale  Aufarbeitung zwischen den Völkern wird aber noch lange dauern.

 

 

 

Sri Lanka versucht die verschiedenen, aus der Geschichte gewachsenen Kulturen zu einen, deren Zeugnisse zu bewahren und mitder modernen Zeit Schritt zu halten. Muslime,Christen, Hindus und Buddhisten leben in einzelnen Teilen konzentriert, aber doch untereinander gemischt friedlich nebeneinander. Architektonisches wie kulturellesGeschichtsgut wird wie auch die Natur geachtet, bewahrt und gepflegt.

  

    

Von alle dem bemerkte und bemerkt der westliche Pauschaltourist oft nichts.

Internationale Hotelketten haben auch hier ihre Bettenburgen im Einheitsstil errichtet und bieten eine perfekte tropische Kulisse.

Vom Leben, der Jahrtausende alten Kultur und der Natur  außerhalb ihrer Exklaven bekommen diese Touristen nichts mit.

Außer vielleicht den alltäglichen Verkehrsstau am Weg vom und zum Flughafen

 

 

 

Es ist einfach nur dumm, um nicht zu sagen dekadent oder präpotent, sich nur an den Strand zu legen um in der tropischen Sonne zu rösten und sich abends dann am all inclusive Buffet den Wanst vollzuschlagen.

   

Neben Kultur und Natur kann man die Sonne und die lokale Küche aber auch genießen.

Sri Lanka - ein Platz mit mehr Möglichkeiten als viele wissen.

Schade !

 

   

 

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