PFERDEZUCHT

  

   

An erster Stelle nach Aufkommen des Gedankens an ein Fohlen sollte die Überlegung stehen, was letztlich nach all der Mühe für Stute und Besitzer mit dem Fohlen geschehen wird.

   

Behält man das Jungtier, oder soll es verkauft werden?
Sind mögliche Interessenten schon vorhanden?
Hat man genügend Platz – und Erfahrung - unter Umständen das Fohlen auch selbst aufzuziehen?
Die Zeiten, da jedes Fohlen zu verkaufen war, scheinen endgültig vorbei und der Stute macht man auch nicht gerade eine Extrafreude.
Züchten, nur um ein Fohlen zu bekommen - kostet letztlich auch viel Geld und Zeit - gefährdet möglicherweise die Gesundheit der Stute und fördert nicht unbedingt die Qualität einer Rasse, sondern belastet nur den Markt.

   

Wenn all das nicht zutrifft, kann man allmählich an die Arbeit gehen.

   

Hengstauswahl

   

Charakter und Exterieur sind mehr oder weniger subjektive Kriterien, die jeder für sich mit entsprechendem Informationshintergrund entscheiden sollte.

  

Objektiv sind der Standort des Hengstes, seine Ausbildung, seine Erfolge und die seiner Nachkommen zu ermitteln.

  

Weiters sind die Preise für Deckung, Einstellung, tierärztliche Betreuung und eventuell Transport der Stute zum Hengst zu erfragen.

  

Die Zulassung des Hengstes als Deckhengst, sowie im Falle der Künstlichen Besamung die Zulassung der den Samen gewinnenden Station durch die jeweilige Landesbehörde entsprechend dem Tierzuchtgesetz sind unbedingt vorher abzuklären.
Im Zweifel geben Zuchtverbände und Landesregierung bzw. die Landwirtschaftskammer gerne Auskunft.
Andernfalls gibt es nachher Probleme bei der Beschaffung von entsprechenden Papieren für die Nachzucht.

  

Sind die Fragen von der väterlichen Seite geklärt, wendet man die Aufmerksamkeit nun seiner Stute im Detail zu.

  

Zuchttauglichkeit der Stute

  

Erstgebärende Stuten sollten nicht älter als 10 bis 12, maximal 15 Jahre sein. Hat die Stute schon geboren, kann sie das auch je nach individueller Konstitution bis ins Alter von etwa 15 bis 18 Jahre weiterhin relativ problemlos bewältigen.
Diese Altersangaben sind nur allgemeine Richtlinien, sind je nach Rasse und Kondition des Einzeltieres verschieden und nicht apodiktisch zu nehmen.

  

Von besonderem Interesse ist jedenfalls das gynäkologische "Vorleben" der Stute.
Sind schon früher Probleme mit dem Trächtigwerden oder während einer Trächtigkeit bzw. im Geburtsverlauf aufgetreten, sollte man sich unbedingt mit dem vorbehandelnden Tierarzt oder mit seinem Stalltierarzt besprechen.
Gibt es keine "dunklen Punkte" in der Vergangenheit, kann der Tierarzt die Stute auf ihren derzeitigen gynäkologischen Zustand untersuchen und entsprechend dem Zyklusstadium eine Prognose über den möglichen Deckzeitpunkt abgeben.

  

Vor Abtransport der Stute zum Hengst sollte, unabhängig von den Anforderungen des Hengsthalters, allein schon zum Selbstschutz, ein bakteriologischer Abstrich vom Muttermund der Stute (Tupferprobe) durch den Tierarzt veranlasst werden.
Weiters ist die Stute unbedingt vollständig gegen Virusabort zu impfen, das heißt eine dreifache Grundimmunisierung innerhalb von 6 Monaten und regelmäßige Auffrischungsimpfungen im Abstand von 6 bis 9 Monaten.
Eine einmal akquirierte Herpesinfektion kann das Leben von Stute, Hengst und/oder des ungeborenen Fohlens und die Gesundheit anderer Pferde im Stall aufs massivste gefährden.

Sind all diese Grundvoraussetzungen erfüllt, kann man sich dem eigentlichen Thema widmen.

  

Decken, Künstliche Besamung oder Embryotransfer

  

Die natürliche Art der Fortpflanzung durch Belegung der Stute im Natursprung ist in Österreich - noch - die übliche Methode der Nachzuchtproduktion.

  

Nach einer im eigenen Stall genau beobachteten Rosse, während der die angesprochene Tupferprobe abgenommen werden sollte, kann die Stute zu Beginn der nächsten Brunst zum Hengst geführt werden. Gynäkologische Kontrollen durch den Stalltierarzt mittels Ultraschall können unnötige Standzeit beim Hengsthalter vermeiden.

  

Nach Ende der Rosse kann die Stute nach Hause zurückkehren. Es empfiehlt sich aber die Stute bis zur ersten Trächtigkeitsdiagnose ab dem 14. Tag nach der letzten Belegung am Gestüt zu belassen, um im Falle des Leerbleibens der Stute und einer dadurch notwendigen Nachdeckung den neuerlichen Transport zu vermeiden.
Üblicherweise bieten Gestüte diese Erstdiagnose durch den Gestütstierarzt. Wenn sie den Tierarzt ihres Vertrauens mit der Untersuchung beauftragen, wird dies nach Rücksprache mit der Gestütsleitung sicher auch möglich sein.
Die Untersuchung zu diesem frühen Zeitpunkt bietet einerseits die Chance die folgende Rosse nach dem Leerbleiben nicht zu übersehen, andererseits auch mögliche Ursachen und eventuell notwendige Behandlungen ohne Zeitverlust zu erkennen und durchzuführen.

  

International hat sich die Künstliche Besamung (KB) aus verschiedenen Gründen bereits zum großen Teil durchgesetzt.

  

Vorteile:

Künstliche Besamung verhindert Deckinfektionen und Deckverletzungen,
Samentransport ist weitaus problemloser als Tiertransport
Tiefgefriersperma kann bei -196° C praktisch unbegrenzt gelagert werden, so dass das genetische Erbe eines Spitzenvererbers bis lange nach dessen Deckfähigkeit erhalten und genutzt werden kann.

Nachteile:

genaue Bestimmung des Eisprungs erfordert Erfahrung und ist entscheidend für den Erfolg der KB,
der Postversand ist am Wochenende nicht immer sicher,
die Samenqualität ist durch zu langen oder unsachgemäßen Transport unter Umständen vermindert.

 

Haben Sie
einen Wunschhengst, der auf einer anerkannten Besamungsstation steht und zur Besamung zugelassen ist,
einen optimalen Transportmodus von dort zu Ihnen,
eine transportunerfahrene Stute, ev. mit Fohlen bei Fuß,
die Zusage für kostenlose (außer Porto) Nachlieferung im Falle des Leerbleibens der Stute,
einen in der Pferdebesamung erfahrenen Tierarzt,
dann können Sie die Besamung in Erwägung ziehen.
Fehlt eine der genannten Voraussetzungen, dann erscheint der Natursprung vorerst zielführender.

  

Eine neue, und nur in Einzelfällen interessante Möglichkeit stellt der Embryotransfer (ET) dar.

  

Grundsätzlich wird beim ET einem Spendertier ein oder mehrere Keimlinge am 7. bis 8. Tag nach der Befruchtung entnommen und einem anderen, zyklussynchronen Empfänger zur weiteren Reifung eingesetzt. Am 14. Tag erfolgt eine erste Trächtigkeitsuntersuchung mittels Ultraschall, am 45. Tag die zweite. Anschließend geht die Empfängerstute bis zur Geburt des Fohlens zum Besitzer zurück.
So wie bei der KB das genetische Gut eines besonderen männlichen Vererbers besser und effizienter genutzt werden kann, sind durch den ET das mütterliche Erbgut intensiver zum Einsatz kommen.

  

Stuten, die in ihren besten Jahren erfolgreich an diversen Bewerben teilnehmen, wären in dieser Zeit auch besonders attraktive Mütter für möglicherweise ähnlich erfolgreiche Nachkommen. Der ET ermöglicht nun sportlichen Einsatz und Fortpflanzung zur gleichen Zeit.

  

Aus marktwirtschaftlichen Überlegungen wird eine weiter Möglichkeit, nämlich mehrere Fohlen einer Mutter in einer Saison von diversen Empfängern austragen zu lassen kaum zum Einsatz kommen.

  

Als drittes Einsatzgebiet steht jenen Stuten der ET zur Verfügung, die auf Grund ihres fortgeschrittenen Alters oder aus anderen individuellen Ursachen keine ganze Trächtigkeit mehr ungefährdet überstehen würden, deren Besitzer aber trotzdem Nachzucht von diesen Tieren wünscht.

  

Der Embryotransfer wird auf Grund des relativ großen Aufwandes nur in Einzelfällen interessant sein. Er sollte als Ergänzung für die bisherigen Zuchtmethoden gesehen werden und auch besonderen Wünschen in der Pferdezucht entgegenkommen.

  

Trächtigkeit, Geburt und Fohlenaufzucht

  

Die Trächtigkeit kann frühestens um den 14. Tag nach der letzten Deckung mittels Ultraschall vom Tierarzt festgestellt werden.

  

Bei dieser Untersuchung ist eine eventuelle Zwillingsgravidität jedenfalls auszuschließen. Sollte eine solche diagnostiziert werden, sollte sie immer durch Entfernung einer Frucht, und wenn dies nicht möglich ist, durch die Einleitung eines Totalabortus beendet werden. Zwillingsträchtigkeiten sind nur in Ausnahmefällen für Stute und Fohlen problemlos bis zum Geburtstermin aufrecht zu erhalten. Es kommt fast immer zu Komplikationen, die auch das Leben der Stute gefährden können. Wird eine Zwillingsträchtigkeit aber im Frühstadium abgebrochen, so kann im Regelfall die nächste Rosse nach tierärztlicher Kontrolle zu einer neuen Belegung genutzt werden.

  

In den ersten Monaten ist auf Grund des speziellen Hormonhaushaltes der Stute und der sehr langsamen Einnistung der Frucht in der Gebärmutter jederzeit ein Absterben und Aufsaugen (Resorption) des Embryos möglich. Daher sollte die Ultraschalluntersuchung nach dem 45. Tag wiederholt werden. Andere Möglichkeiten der Diagnose sind Blutuntersuchungen ab dem 45. Tag oder Kot und Harnprobenuntersuchungen ab dem 120. Tag.

  

Die Fütterung bedarf bis zum letzten Drittel der Trächtigkeit keiner besonderen Ergänzungen. Weidegang mit entsprechenden Mineralstoffergänzungsfuttermitteln reicht vollkommen aus. Gewichtszunahmen in diesem Stadium sind unnötig und können später nur zu Geburtsproblemen führen. Im letzten Drittel der Trächtigkeit ist der Eiweißanteil um 10% bis 15% anzuheben, Vitamin A Ergänzung und ein Caciumgehalt von 8% und Phosphorgehalt von 5% gelten als Richtwerte und sind der jeweiligen Qualität des Grundfutters anzupassen.
Körperliche Bewegung und regelmäßiger Weidegang in der gewohnten Gruppe sind für den weiteren Fortgang der Gravidität und die kommende Geburt von Vorteil.

  

Regelmäßige Entwurmungen mit die Trächtigkeit nicht gefährdenden Mitteln sind alle 6 bis 8 Wochen durchzuführen. Wie schon erwähnt, sind Impfungen unbedingt zum Schutz von Mutter und Kind erforderlich. Die Grundimmunisierung gegen Tetanus, Grippe und Herpesinfektion (Virusabort) sollte schon vor der Deckung abgeschlossen sein. Während der Trächtigkeit sind diese Impfungen aufzufrischen. Die dadurch vermehrt gebildeten Abwehrstoffe werden mit der ersten Muttermilch dem Fohlen als überlebensnotwendiger Schutz vermittelt.

  

Zum Geburtszeitpunkt ist eine ausreichend große, helle Box, in der die Stute liegen kann und bei der Geburt immer noch genügend Platz für das Fohlen bleibt. Die Box ist vorher zu reinigen und zu desinfizieren.

  

Zur Überwachung der Geburt sind verschiedene elektronische Geräte am Markt. Zumeist wird entweder Schweißausbruch und / oder Niederlegen und Wälzen an einen Empfänger gemeldet. Fehlmeldungen kommen je nach Fabrikat relativ häufig vor. Besser ist es, die wenigen Tage rund um den errechneten Geburtstermin im Stall zu verbringen. Die Stute sollte allerdings an diese Anwesenheit gewöhnt werden, da Pferde in unruhiger Umgebung oder bei ungewöhnlichen Umständen die Geburt über Stunden und Tage hinauszögern können. Videoüberwachung ist in diesem Fall eine hilfreiche Alternative.

  

Die äußeren Anzeichen der nahenden Geburt sind relativ unsicher. Sekrettropfen an den Zitzen, geschwollene, aufgelockerte Scham, häufige Wegstrecken des Schweifes und Pressen auf den Kot sind alles Zeichen von nahender Geburt, sie können sich aber auch über Tage hinziehen.

  

Die Stallwache ist sicher zu empfehlen, da bei der Geburt das Fohlen in den Fruchthüllen geboren werden kann und wenn die Stute diese nicht öffnet, erstickt das Fohlen im geschlossen Fruchtsack.

  

Geburtsprobleme sind beim Pferd selten. Wenn es aber zu Komplikationen kommt, ist rasche Hilfe erforderlich, da durch die Ablösung der Eihäute dem Fohlen innerhalb von einer halben Stunde die Sauerstoffversorgung verloren geht.

  

Es sind daher im Stall unbedingt die Telefonnummern des Tierarztes und eventueller anderer Helfer deutlich sichtbar aufzuschreiben.

  

Desinfektionsmittel, Schere und ein sauberes Band zur Nabelversorgung sind ebenfalls vorrätig zu halten. Für die Hilfeleistung bei der Geburt gibt es zwei absolute Gebote: Selbstschutz bei Manipulationen hinter der Stute und absolute Sauberkeit, besser noch Sterilität rund um das Geschehen.

  

Die Geburt eines Fohlens ist eine dramatische, rasch ablaufende Aktion. Man sollte mit dem schlimmsten rechnen und dann zumeist überrascht sein, dass alles so problemlos abgelaufen ist.

  

Drei Stufen des Geburtgeschehens werden unterschieden:

  

Eröffnungsphase: der Muttermund öffnet sich, das Fohlen wird durch milde Wehentätigkeit in die richtige Position gebracht. Die geschlossene Fruchtblase wird durch die Wehen wie eine hydraulische Presse in den Geburtskanal gepresst und weitet diesen für das nachfolgende Fohlen. Der Beobachter sieht leichte Koliksymptome mit Unruhe, Pressen, Niederlegen und Aufstehen, beginnenden Milchfluss an den Zitzen.

  

In diesem Stadium sind alle Hilfskräfte in Ruhe zu verständigen und für den Notfall in Bereitschaft zu halten. Im Stall selbst sollte jetzt Ruhe herrschen.

  

Probleme in diesem Stadium: Verwechslung mit einer Kolik; die Stute ist noch gar nicht in Geburt; das Datum ist zu früh; das Euter ist noch nicht voll entfaltet - Tierarzt rufen!

  

Austreibungsphase: mit den Wehen wird die Frucht mit den Vorderbeinen voraus und daraufliegendem Kopf ins knöcherne Becken gepresst. Die Fruchtblase kann jetzt platzen und ein Schwall Wasser ergießt sich.

  

Mit den fortdauernden Wehen werden zuerst die Hufe, dann die Nase des Fohlens sichtbar. Absolute Ruhe ist erforderlich, die Austreibung ist im Gang. Sollte sich die Stute jetzt niederlegen, ist auf genügend Platz hinter der Stute zu achten, damit das Fohlen nicht an der Wand ansteht.

  

Innerhalb weniger Minuten sollte das Neugeborene durch das Becken gepresst sein. Die Nabelschnur reißt normalerweise an einer vorgegebenen Schwachstelle etwa 10 biss 20 cm von der Bauchdecke ab.

  

Eihäute sind vom Kopf zu entfernen, die Nabelschnur, falls sie nicht alleine abreißt, zweimal abzubinden, dazwischen abzuschneiden und der Stumpf zu desinfizieren. Der offene Nabelstumpf ist die erste Eintrittspforte für tödliche Infektionen. Ein Kübel kaltes Wasser über den Kopf des Fohlens kann die Atmungstätigkeit wohltuend anregen. Anschließend sollte man das Fohlen von der Stute begutachten und reinigen zu lassen. Trockenreiben mit frischem Stroh fördert die Durchblutung und spart unnötigen Energieverbrauch des ohnehin schwachen Neugeborenen.

  

Probleme: die Fruchtblase ist geplatzt, es erscheint aber kein Fohlen; die Wehen setzen aus; es erscheinen nur ein Huf, zwei Hufe und kein Kopf, mehr als zwei Hufe oder beide Hufe und die Nase, dann geht es aber nicht weiter; die Nabelschnur ist direkt an der Bauchdecke ausgerissen; das Fohlen atmet nicht oder nur schwer; Blutungen oder Geburtsverletzungen - Tierarzt rufen !

  

Nachgeburtsphase: innerhalb einer Stunde sollte die Nachgeburt unter leichter Wehentätigkeit abgehen. Das Fohlen macht die ersten Aufstehversuche, es sollte nach zwei Stunden zum ersten Mal saugen und Mekonium, den ersten Kot, absetzen.

  

Nach dem Abgang der Nachgeburt sollte man sie auf ihre Vollständigkeit überprüfen und noch etwa eine Stunde auf weiteres Pressen achten, restliches Fruchtwasser rinnt ab, das Saugen des Fohlens fördert die Nachwehen und damit die Reinigung der Gebärmutter.

  

Probleme: die Nachgeburt ist auch nach 2 - 3 Stunden nicht vollständig abgegangen; vermehrter Blutfluss aus der Scheide; das Fohlen steht nicht oder saugt nicht, hat kein Mekonium abgesetzt - Tierarzt rufen (auch nachts!).

  

Am ersten Lebenstag sollte das Fohlen alle Stunden mindestens 250 ml Milch trinken. Nur an diesem ersten Tag ist der Organismus in der Lage die lebensnotwendigen mütterlichen Antikörper über die Milch aufzunehmen. Diese Antikörper wurden durch die ordnungsgemäße Impfung der Stute während der Trächtigkeit gebildet und sind in der ersten Milch enthalten. Die notwendige Konzentration von Immunstoffen ist vom Tierarzt mit einem Schnelltest festzustellen und gegebenenfalls medikamentös zu ersetzen.

  
Fehlende Immunabwehr kann zum gefürchteten, tödlich verlaufenden Fohlenlähmekomplex führen. Die ersten 24 Stunden sind besonders kritisch für das Fohlen.
Jede Verschlechterung des Allgemeinbefindens kann in kurzer Zeit zum Tod führen. Es ist daher im leisesten Zweifel der Tierarzt zu rufen.

  

In den ersten Tagen sollte das Fohlen bereits an den Menschen gewöhnt werden und je nach Witterung auch bereits unter Kontrolle nach draußen gehen. Trinken, Urinieren, Kotabsetzen und Herumspazieren findet in kurzen Intervallen und mit kleinen Pausen statt. Unregelmäßigkeiten in diesen Grundlebensformen deuten auf ein tief greifendes Problem - Tierarzt rufen!

  

Um den 8. Tag zeigt die Stute wieder Rossesymptome. Unter anderem wegen des geänderten Hormonhaushaltes in der Milch kommt es beim Fohlen in dieser Zeit zu Durchfall. Tritt dieser schon früher auf, ist an Infektionen oder Unverträglichkeiten zu denken.
Durchfall trocknet den Fohlenorganismus rasch aus - tierärztliche Behandlung ist dringend anzuraten!

  

Ab der 4. Lebenswoche sollte bereits spezielles Fohlenfutter zugefüttert werden. Dabei ist darauf zu achten, dass durch entsprechende Futterboxen die Stute nicht an das Futter heran kann.

  

Das Impf- und Entwurmungsprogramm beginnt ab der 6. Lebenswoche und wird vom Tierarzt auf die jeweiligen lokalen Umstände abgestimmt. Die tägliche Gewichtszunahme sollte etwa bei 2% bis 3% des Körpergewichtes liegen.

  

Zusammenfassend ist die Trächtigkeit für die Stute die längste Zeit keine besondere zusätzliche Belastung.

  

Impfungen und Entwurmungen schützen das Fohlen in den ersten Wochen entscheidend.

  

Geburtsüberwachung, Ruhe, Hygiene und rasch verfügbare Hilfe im Ernstfall sind entscheidend für möglichst problemlosen Nachwuchs.

  

Das neugeborene Fohlen bedarf besonderer Aufmerksamkeit in den ersten Wochen.

  

Jede Veränderung kann ernsthaft sein und ist nicht zu bagatellisieren.

  

Der in der Pferdezucht erfahrene Tierarzt weiß um diese Probleme und kommt lieber einmal vergeblich als einmal zu spät.

   
(MERKE: vergeblich, nicht  umsonst)

   

Dr. Friedrich Wollinger
Fachtierarzt für Pferde
office@wollinger.at

 

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