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BESAMUNG BEIM PFERD |
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Ziele der Künstliche Besamung (KB) Der Zyklus der Stute Die Samengewinnung Die Samenaufarbeitung Die Samenübertragung Grundsätzlich gibt es zwei Ziele,
die die Künstliche, oder besser die Instrumentelle Besamung beim Pferd
verfolgt: die bestmögliche Nutzung von
Spitzenverebern, da einerseits lange Reisen der Zuchttiere vermieden werden
und andererseits ein Ejakulat auf mehrere Stuten aufgeteilt werden kann, und und die Vermeidung der Übertragung
von Krankheiten beim Deckakt. Der Zyklus dauert zwischen 18 und
25 Tage und wird in 4 Phasen unterteilt:
Follikelreifung: 1 - 2 Follikel reifen innerhalb von 2 - 6 Tagen bis zur Rosse, die zwischen 2 und 6 Tage
dauert;
im letzten Drittel kommt es zur Ovulation (Eisprung), daran anschließend die
Gelbkörperphase: in der Ovulationsgrube am Eierstock wird der Gelbkörper
gebildet. Rückbildungsphase: 2 bis 6 Tage Gelbkörperrückbildung und siehe 1. Soll
Samen zur Befruchtung von Stuten verwendet werden, so darf dieser nur an
behördlich zugelassenen und kontrollierten Besamungsstationen gewonnen und
bearbeitet sein. Besamungsstationen sind vom Amt der
Landesregierung zuzulassen, wenn sie den dafür erlassenen EU-Richtlinien
entsprechen.
Der Handel und/oder der Import von
Samen sollten ausschließlich über diese Stationen erfolgen.
Die Besamung selbst darf von jedem
niedergelassenen Tierarzt durchgeführt werden.
Zur Absamung vorgesehene Hengste
brauchen eine Zulassung durch die zuständige Landeslandwirtschaftskammer.
Auf der Besamungsstation unterliegt
der Hengst, bis alle seuchenhygienischen Untersuchungen abgeschlossen sind,
einer Quarantäne. Die Spermagewinnung erfolgt mit Hilfe einer rossigen Stute
oder eines Stutenphantomes.
Abhängig von der Samenqualität wird
das Ejakulat entsprechend dem Verwendungszweck als Frisch- oder Gefriersamen
aufbereitet und weiteren Kontrollen, entsprechend den genannten
EU-Richtlinien, unterzogen, bevor es, mit schriftlichen Zertifikaten
versehen, zur Verwendung freigegeben wird.
Für die Besamung der Stute ist in
erster Linie die Rossephase von Bedeutung.
Die Rossedauer variiert bei Stuten
insgesamt sehr stark, individuell aber ist sie sehr konstant, das heißt,
rosst eine Stute 5 Tage, dann bleibt diese Dauer auch bei den folgenden
Rossen ziemlich gleich. Dies ist deshalb von Bedeutung, weil die erfolgreiche
Besamung exakt zum Eisprung am Ende der Rosse durchgeführt werden muss. Zur Terminisierung dieses
Zeitpunktes ist ein genauer Vorbericht über die bisherige Dauer der Rosse
hilfreich. Die Eizelle ist nur 6 bis 8 Stunden, die Spermien nur etwa 24
Stunden befruchtungsfähig. Der Erfolg der Besamung ist also ganz wesentlich
vom richtigen Zeitpunkt abhängig.
Der Besamungszeitpunkt wird vom
Tierarzt am besten mittels Ultraschallkontrolle des Follikels und der
Gebärmutter festgestellt.
Frischsamen muss, wie der Name
schon sagt, jeweils frisch gewonnen und zubereitet werden. Dies bedingt eine
Vorhersage des Eisprunges 24 Stunden im Voraus für Zubereitung und Transport.
Technische Mängel bei der Gewinnung und beim Transport können am Wochenende
den Erfolg zusätzlich in Frage stellen. Die Befruchtungsrate ist allerdings
wegen der besseren Samenqualität im Durchschnitt besser. Auch erfahrene Besamungstierärzte
vermögen nicht immer mit Sicherheit den Eisprung auf die Stunde genau
vorauszusagen. Und nicht jede Eizelle ist immer optimal zur Befruchtung
geeignet. Es ist daher anzuraten, gleich die Möglichkeit einer Nachlieferung
zu vereinbaren. Nachlieferungen werden im Regelfall von seriösen Stationen
auch beim Nachrossen der Stute ohne Extrakosten mit Ausnahme der
Versandspesen akzeptiert. Zur exakten Zeitbestimmung
empfiehlt sich daher die Aufstallung der Stute in einer für Pferdezucht spezialisierten
Station. Diese stehen unter permanenter tierärztlicher Kontrolle. Im Gesamtdurchschnitt aller Rassen
werden noch immer die Mehrzahl aller Stuten in der Landeszucht im Natursprung
gedeckt. Dazu muss allerdings die Stute oft über weite Strecken, oft sogar
mit einem neugeborenen Fohlen bei Fuß, zum Hengst geführt werden. Dieses
Transportrisiko für Mutter und Kind ist nicht zu vernachlässigen. Gar nicht
so selten wird durch diesen Transport auch der Zyklus der Stute negativ
beeinflusst. Rossige Stuten zeigen dann plötzlich, im neuen Stall angekommen,
keine entsprechenden Symptome mehr. Sensible Stuten kommen dann auch in
weiterer Folge nur sehr schwer wieder in Rosse.
Tiefgefriersamen kann schon lange
vor der Besamung besorgt werden und steht dann im Bedarfsfall jedenfalls zur
Verfügung. Transport und Lagerung in speziellen Containern und deren
notwendige Wartung werden von Besamungsstationen übernommen. Die
Trächtigkeitsrate ist im Gesamtdurchschnitt geringer.
Durch die Verbesserungen im
gesamten Umfeld der Zucht sind die Erfolgsraten bei Frisch- und
Tiefgefriersamen mittlerweile annähernd gleich.
Zur Besamung sollte jedenfalls die
Herkunft des Samens aus einer anerkannten Besamungsstation geprüft werden, um
bei der späteren Abstammungsanerkennung des Fohlens keine Probleme zu haben.
Es sollte auch ein auf die
Pferdezucht und -besamung spezialisierter Tierarzt herangezogen werden, am
besten im Einvernehmen mit dem sonst tätigen Haustierarzt.
dann
können sie die Besamung ohne große Sorgen in Erwägung ziehen. |
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Dr. Friedrich Wollinger |
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