Birma (?) - Burma (?) - Myanmar (?)Ja was nun ? Wie ist jetzt der richtige Name ? Und wo liegt das überhaupt ?
Unter englischer Verwaltung bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts stand auf den Karten Birma. Burma war ebenfalls gebräuchlich. Das deswegen, weil die Engländer allgemein ein Problem mit der richtigen Aussprache der Landessprache hatten. Das zeigt sich auch in vielen anderen Ortsnamen, die von den Briten mangels Verstehens falsch ausgesprochen und demzufolge auch falsch geschrieben worden sind. Das führt bis heute manchmal zu gewisser Verwirrung, wenn man sich nach dem Weg erkundigt. Nicht nur, dass es meist zwei oder mehr Namen für ein und denselben Ort gibt, haben auch wir ein massives Problem mit der richtigen Aussprache der Vokale.
Die Generäle bestimmten dann, dass der alte, aus dem 11. Jahrhundert stammende Name Myanmar zu gelten habe. Eigentlich nannten sie ihr Land Pyidaungsu Thamada Myanmar Naing-Ngan-Daw (Union Myanmar), aber das konnte sich nun niemand außer den Generälen selbst merken. Und die wahrscheinlich auch nicht.
Heute ist Myanmar der auch von der UNO anerkannte, offizielle Name. Viele westliche Staaten verwenden als Zeichen ihrer Missbilligung des Regimes weiterhin Burma oder Birma.
Trotz seiner Größe ist dieses Land von vielen geographisch nicht genau einzuordnen. Das liegt sicher an der fast 50jährigen Isolation durch das Militärregime. Mehr als doppelt so groß wie Deutschland mit der Hälfte der Einwohner grenzt Myanmar im Westen an Indien, im Norden an China und im Osten an Laos und Thailand. Der Indische Ozean mit dem Golf von Bengalen und der Andamanen See bildet im Süden und Westen den fast 2000km langen Sandstrand. Die Nord - Süderstreckung entspricht fast der ganzen Distanz vom Himalaya bis tief in den Süden Indiens. Klimatisch ist Myanmar vom Monsun abhängig. Warm und angenehm im Winter, heiß im Frühjahr und im Sommer eine Regenzeit mit Regenmengen, die bis zum Zehnfachen unseres Jahresniederschlages erreichen können. Der kaum zugängliche Norden reicht bis in die südlichen Ausläufer des Himalaya. Hier ist nichts mehr vom tropischen Klima zu bemerken. Natur pur, keine Straßen, nur Treppelwege entlang reißender Gebirgsströme verbinden Ansiedlungen, die mehr oder weniger noch im Mittelalter verharren. Der höchste Berg erreicht hier 5900 Meter und ist schneebedeckt. Für ganz Wagemutige werden erste Trekkingtouren angeboten.
Myanmar ist ein Vielvölkerstaat. Nicht alle haben sich freiwillig dem Staatenbund angeschlossen. Bis heute gibt es besonders an den Grenzen und in den unzugänglichen Bergregionen kriegsähnliche Kämpfe und mehr oder weniger autonome Gebiete verwaltet von privaten Armeen lokaler Stammesherren. Finanziert wird der Bürgerkrieg durch Drogen- und Edelsteinschmuggel, die nach wie vor im Dschungel des Goldenen Dreiecks Thailand-Laos-Burma Haupteinnahmequelle sind. Manche meinen, dass im Falle des Fallens der Militärdiktatur postjugoslawische Verhältnisse das Land erschüttern und letztlich spalten könnten. Zu unterschiedlich sind ihre ethnischen und geografischen Wurzeln.
2011 gab es nach langer Zeit wieder Wahlen. Bevor es so weit war haben sich einige Generäle offiziell ins Privatleben zurückgezogen und dann als Zivilisten kandidiert - und mangels organisierter Opposition auch gewonnen. Zur Zeit hat es den Anschein als würde sich das Land vorsichtig öffnen. Oppositionspolitiker wurden nach jahrelangen Haftstrafen aus den Gefängnissen und aus dem Hausarrest entlassen, Parteien zugelassen. Man versucht offensichtlich aus dem alleinigen Dunstkreis Chinas auszubrechen und sich dem Westen durch solche Aktionen anzunähern wie langjährige Beobachter meinen.
Anfang 2012 wurde der bekannteste Oppositionsführerin Aung San Sue Kyi - sie verbrachte mehr als 20 Jahre in Gefängnissen und unter Hausarrest - unter vorerst nicht näher bekannten Umständen die Möglichkeit einer aktiven Beteiligung am neuen Weg angeboten. Noch halten sich alle bedeckt, da wohl jede Entscheidung mit den Militärs im Hintergrund abgestimmt werden muss. Zu groß ist deren Angst vor einem neuen Volksaufstand. Zu groß ist aber auch die Angst der Bevölkerung vor Militär und allgegenwärtigem Geheimdienst.
Auf Grund der Boykottmaßnahmen des Westens wurde Myanmar wirtschaftlich dem Osten "zugetrieben" In erster Linie China, aber auch Thailand, Indien, Japan und Singapur sind große Handelspartner. Das Land ist reich an fruchtbaren Böden in der Zentralebene längs des Irrawaddy. Die Landwirtschaft liefert alles von tropischen Früchten aus der Ebene bis zu Kaffee, Mais und sogar Wein aus den höheren Lagen. Ein Großteil wird auf abenteuerlichen Wegen in noch abenteuerlichen Fahrzeugen nordwärts nach China exportiert. Im Land bleibt nur die zweite Wahl.
Rohstoffe von Erdgas bis Edelsteine sind der langfristige Reichtum des Landes. Um all das relativ rasch in den Export liefern zu können und Devisen in die Schatullen der Mächtigen zu schaufeln, bauen die Chinesen großzügig Verkehrswege besonders nach Norden. Auch um sich den Zugang zum Indischen Ozean und den mächtigen Gasfeldern im Golf von Bengalen zu sichern. Als Gebirgsland sollte es eigentlich keine Probleme mit der Stromerzeugung und -versorgung geben. Es wird allerdings soviel exportiert, dass sogar in der größten Stadt Yangon Strom nur stundenweise nach einem fixen Verteilungsplan an die Haushalte geliefert wird. Am Land sind die, die Elektrizität benötigen überhaupt auf Generatoren angewiesen.
Benzin ist rationiert trotz großer Erdölvorkommen weil auch hier der Großteil in den Export geht. Pro Tag gibt es für den Kraftfahrer maximal drei Gallonen. Das wird in einem Buch, das jeder mitführen muss vermerkt. Der Rest ist an privaten "Tankstellen" schwarz zu beziehen. Neben den allgegenwärtigen Reifenschustern stehen überall neben den Straßen zumeist auf einem wackeligen Gestell Plastikflaschen mit Benzin, der mit Schlauch und Trichter abgefüllt wird.
Wenn man vom Schwarzmarkt spricht, dann fällt als besonders skuril das Geldwesen auf. Schecks und Kreditkarten werden im ganzen Land nicht angenommen, weil es durch den Boykott offiziell keine Verbindung zu den Zentralen im Westen gibt. Geldwechsel findet auf der Straße statt. Theoretisch bekommt man in der Bank für einen Dollar 7 Kyat. Am Schwarzmarkt liegt der Wechselkurs bei eins zu tausend. Also 1 Dollar = 1000 Kyat. Theoretisch deshalb, weil es keine Banken für Touristen gibt. Man ist also ganz offiziell auf den inoffiziellen Schwarzmarkt angewiesen. Es werden allerdings landesweit nur neue, unbeschädigte Dollarnoten angenommen. Es ist dringend angeraten genügend druckfrische Scheine kleiner Stückelung mitzunehmen. Es gibt nur ein Ausländerhotel in Yangon, das für Kreditkarten Kyats ausgibt. Provision: 8% !
Das fehlende Geld ist auch auf Schritt und Tritt im öffentlichen Verkehr zu bemerken. Die Eisenbahn wurde anfangs des vorigen Jahrhunderts von den Engländer bis in die Gebirgsregionen des Nordens vorangetrieben. Antrieb waren militärische und wirtschaftliche Ziele. Seither wurde hauptsächlich in die militärische Absicherung investiert, nicht aber in den Komfort der Reisenden.
Auch die Straßen sind in einem verheerenden Zustand. Sie scheinen seit dem Abzug der Engländer nicht mehr bearbeitet worden zu sein. Selbst die Hauptstraße Richtung China entspricht nach europäischem Standard maximal einer Landesstraße.
Seit kurzem gibt es eine richtige Autobahn von Yangon in die neue Hauptstadt im Landesinneren. Mittlerweile hat sie sich als die größte Unfallquelle im Straßenverkehr etabliert. Die teils uralten Fahrzeuge mit den oft bis aufs Gewebe abgefahrenen Reifen können den hier möglichen Geschwindigkeiten nicht Stand halten. Kreuzende Haus- und Wildtiere aller Größe sowie mehr als mangelhafte Beleuchtung der Autos in der Nacht tun ein übriges.
Reparaturen werden händisch meist von Frauen oder Zwangsarbeitern durchgeführt. Zuerst Schotter der Größe nach mit der Hand sortiert aufgelegt, dann mit einer Walze gepresst und am Ende mit flüssigem Teer, der am Straßenrand gekocht wird, aufgefüllt.
Unterwegs ist alles, was sich bewegt. Haustiere jeglicher Art und Größe, Radfahrer, Rikschas, undefinierbare Landwirtschaftsgeräte, Ochsenwagen, Lkw´s aller Größen und Altersklassen und vereinzelt Privatwagen. Und alle bewegen sich gerade da, wo eben Platz ist. Und nachts mangels Ersatzteilen ohne Licht. Alle paar Kilometer ein liegengebliebenes Gefährt mit zahlreichen Hilfsbereiten und/oder Bewunderern rundherum. Reifenschuster dürfte die größte Berufsgruppe entlang der Hauptstraße sein. Und dazwischen vor den kleinsten Hütten Mineralwasserflaschen mit Benzin für den täglichen Bedarf. Wenn man es positiv sagen wollte: Service is our success - überall und rund um die Uhr.
Der überwiegende Teil der Bevölkerung sind Buddhisten. Selbst die mit aller Härte regierenden Generäle sind beinahe täglich beim Beten und Opfern in einem der unzähligen Klöster im Staatsfernsehen zu sehen. Diese Kombination von Diktatur der Militärs auf der einen und gelebtem Pazifismus der einfachen Bevölkerung auf der anderen Seite ist einzig und beeindruckend. Das Volk scheint mit dem Regime praktisch nichts zu tun zu haben. Die Menschen fügen sich, schweigen zu politischen Fragen und bewahren sich so ein Minimum an persönlicher Freiheit im kargen, täglichen Leben. Für uns Europäer scheint die allgemeine Stimmung im Land wesentlich entspannter als in den Ländern des früheren Ostblocks. Das kann aber an der für uns unzugänglichen Seele der Asiaten liegen. Fragen sollte man jedenfalls unterlassen. Man bekäme im schlimmsten Fall höchstens Probleme, im besten Fall ein Lächeln, aber sicher keine Antworten.
Entgegen der überall sichtbaren Armut der Bevölkerung ist die Spendenfreudigkeit gegenüber den religiösen Einrichtungen und Bedürftigen unglaublich. Keine kleine Statue am Wegrand, kein Altar, kein um Almosen bittender Behinderter auf der Straße gehen leer aus. Ständig wandern kleine Scheine im Wert von wenigen Cent in Kassen und offene Hände. Besonders beliebt ist das Verzieren auch großer Heiligtümer mit unzähligen kleinen Briefchen von Blattgold. Der Buddhismus mit seinem Versprechen auf ein besseres Nachher wird hier täglich gelebt. Und auch die Obsorge für Tiere, weil sie sind nach ihrem Glauben früher Menschen gewesen und müssen nun in diesem Leben frühere Sünden tilgen. Der schwerste Lkw bremst, wenn ein unaufmerksamer Hund die Straße quert. Defensive ist das Lebensgebot.
So haben wir auf mehr als 2000 Kilometern Landstraße bei diesen Verhältnissen nicht einen Unfall und nicht einen verletzten oder toten Hund sehen können. Im Zweifel wird immer zurückgesteckt und dem Schwächeren der Vortritt gelassen.
Möglicherweise kommen sie alle schon im nächsten Leben dem Himmel sehr nahe. Wäre eine Anregung für viele hier.
Wer bereit ist die Mühen des Reisens in einem armen Land in Kauf zu nehmen, der wird mit unglaublichem kulturellem Reichtum und mit unglaublicher Herzlichkeit der einfachen Bevölkerung bedankt.
Myanmar ist weit weg. Schwer zu erreichen. Aber mit keinem anderen Land zu vergleichen. Wie seine Bewohner.
Schau´n Sie sich das an
(frei nach Karl Farkas)
bevor der Massentourismus und die westliche "Kolonisierung" einsetzen.
Lonely Planet hat Burma 2012 als Geheimtip aufgelistet.
Damit ist es mit dem "Geheim" wohl vorbei.
ach ja !!! -
Pferde gibt es auch in Myanmar:
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Wild - West - Kutschen
in Pyin Oo Lwin
sind hier das ortsübliche Taxi
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und für Touristen
am Strand von Ngwe Saung
apropos Ngwe Saung : um da hinzukommen braucht es Sitzfleisch 7 Stunden für 180 km, allerdings um nur 9.- € Es gibt auch Flugzeuge - aber die sehen ähnlich aus - da nahmen wir lieber den Bus |
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wird dann aber für 40.- € incl. Frühstücksbuffet aufs Trefflichste mit ***** für Leib und Seele belohnt
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Mingalaba und Dschesu-tem -ba-de |
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Hallo, wie geht´s und Danke vielmals |
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mehr Fotos unter: myanmar.htm