Ein (demnächst) verlorenes Paradies ?
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Wie ein Rückgrat verbindet es
Nord- und Südamerika.
Im Zentrum eine von aktiven Vulkanen gebildete Gebirgskette, im Osten die Karibik, im Westen der Pazifische Ozean. So sind alle Vegetationsformen vom Dschungel bis zu Gebirgsalmen mit Schafen und Milchkühen zu finden. |
Sie versuchen die berühmte Quadratur des Kreises.
Westliche
Marktwirtschaft mit billigen ausländischen (nicaraguanischen) Arbeitskräften
einerseits -
(Massen)Tourismus
in einer Vielzahl von unterschiedlichsten Naturschutzgebieten auf der anderen
Seite.
Plus
einer wachsenden Zahl von Angeboten für die (vorwiegend – noch -
amerikanische) Spaßgesellschaft in Form von Surfing, Fishing, Rafting,
Canopying, Hiking, Mountainbiking, Quadbiking. Fastfoodketten sind (vorerst nur)
an den Brennpunkten auch schon angekommen und konkurrieren Quesadas und
Tortillas.
Das
Land ist etwas mehr als doppelt so groß wie Niederösterreich und mit 4 Mio.
Einwohnern ungefähr gleich dicht besiedelt.
Es
erstreckt sich zwischen Karibik im Osten und Pazifik im Westen und Nicaragua im
Norden und Panama im Süden.
An
klaren Tagen kann man von den Gipfeln der Vulkane, die sich wie ein Gerippe im
Zentrum durchs Land ziehen beide Ozeane sehen.
Wie
alle anderen auch wurde Costa Rica von den Spaniern entdeckt und irrtümlich für
reich gehalten. Daher der Name.
Gold
wurde keines gefunden. Die Indianer aber wie überall verdrängt und bis heute
in einige Reservate gesteckt.
Der
Tourismus hilft diese Gebiete zu erhalten und wirtschaftlich zu stärken.
Der
Kaffee ist heute noch einer der berühmtesten der ganzen Welt. Die Bananen waren
Hauptexportprodukt und gleichzeitig Sinnbild des Wirtschaftskolonialismus in
Form der ganz Mittelamerika beherrschenden United Fruit Company.
Urwald
wurde in großem Stil gerodet und in Monokulturen verwandelt. Nach Erschöpfung
des Bodens zog man ein Stück weiter.
Als
die Plantagen aber großflächig von einem Pilz befallen wurden zog sich die
Company aus der Gegend zurück.
Massen
von Arbeitslosen in verlassenen Monokulturen blieben zurück.
Nach
politischen Wirren anfangs des 20. Jahrhunderts wurde Costa Rica ein zentraler
Punkt der Stabilität in Mittelamerika.
Bis
heute gibt es hier kein Militär. Nur eine in unterschiedlichen Einheiten
strukturierte Polizei.
Und
die ist, wie die gesamte Bevölkerung in erster Linie überraschend freundlich.
Besonders
natürlich, wenn sie 10.- $ für Geschwindigkeitsübertretung ohne Billet
kassieren kann.
Dafür
wird man aber auch vor weiteren Radarkontrollen gewarnt.
Auf
Grund der landschaftlichen Struktur vom tropischen Tiefland über das moderate,
feuchte - warme Klima des zentralen Hochlandes bis zu den unserem Alpenvorland ähnlichen
Weiden an den Hängen der Vulkane wächst hier alles, was man in der
Lebensmittelabteilung zu finden hofft.
Bis
in die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurden Prämien fürs Roden bezahlt.
Europäische
und amerikanische Einwanderer bewirkten einen radikalen Wandel vom Raubbau zum
Naturschutz.
Heute
steht ein Viertel des gesamten Landes unter Naturschutz. Dass das nicht immer
von der lokalen Bevölkerung von Beginn an mit Begeisterung getragen worden ist
scheint klar. Durch Einbeziehung der örtlichen Strukturen und Rückführung der
touristischen Einnahmen in die Gemeinden wurde ein Umdenken eingeleitet.
So
ist es zum Beispiel den Bewohnern von Nosara zu bestimmtem Konditionen erlaubt
Schildkröteneier zu sammeln und zu vermarkten. So haben sie den Naturschutz in
Bezug auf Schildkröten schätzen gelernt.
In
den Monaten September bis Dezember kommen Tausende von Schildkröten an 3 – 4
Tagen jeden Monats zur Eiablage an den Strand von Nosara am Pazifik.
Früher
wurden die Gelege mehr oder weniger zur Gänze geplündert und mit dem Etikett
Aphrodisiakum gewinnbringend vermarktet.
Biologen
haben festgestellt, dass die Gelege der ersten beiden Tage durch die folgenden
Schildkröten am dritten und vierten Tag zum Großteil wieder zertrampelt
und/oder wieder ausgebuddelt und zerstört worden sind. Die waren auf Grund der
hohen bakteriellen Belastung dann auch eine Gefahr für die letzten, vorerst
intakten Gelege.
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Heute
dürfen die Bewohner Nosaras – und nur diese – an den ersten zwei Tagen Eier
ausgraben, einsammeln und verkaufen. Danach sind dieselben Bewohner die besten Wächter
über die folgenden Gelege und für die nach 2 Monaten schlüpfenden und
schutzlos dem Meer zustrebenden Jungen.
So
profitieren beide Seiten und die Zahlen der Meeresschildkröten steigen in
dieser Gegend wieder.
Österreich
unterhält ein Universitätsinstitut im „Regenwald der Österreicher“ im Süden
am Pazifik.
Seit
nunmehr fast 20 Jahren kann jeder für einen kleinen Geldbetrag ein Stück des
Regenwaldes zurückkaufen und dem Verein zur Verfügung stellen.
La
Gamba war eines der Opfer der Bananenmonokulturen und deren Ende. Der Regenwald
der Österreicher und die angeschlossene ESQUINAS LODGE sind heute Arbeitgeber für
eine ganze Gemeinde.
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Die
Lodge ist nicht unbedingt die billigste in der Gegend, sie versucht aber dem
Besucher in möglichst naturnaher und schonender Weise den Regenwald und den
angrenzenden Pazifik näher zu bringen.
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Ausgeschilderte,
aber trotzdem nicht „deppensichere“ Dschungelpfade,
Dorf- und Dschungelbesuche am Rücken lokaler Pferde und auch Bootsausflüge
zu den Mangrovenwäldern und den Delfinen des Pazifiks werden angeboten.
Die
Lodge soll beweisen, dass man mit einer begrenzter Besucherzahl von maximal 40 Gästen
ökologisch und gewinnbringend arbeiten kann.
Um
nicht das neueste Unwort von der „Nachhaltigkeit“ zu verwenden.
Wer hinfährt wird es nicht bereuen. Bequeme Unterkünfte und Speisen aus eigener Produktion kann man genießen.
Wir
lassen Sabine und Fernando (wenn sie noch da sind) ganz lieb grüßen.
Wir
haben aber auch andere Juwelen gefunden. Abseits der Gruppenreisen und abseits
von Burger und Mayo.
Seit
einigen Jahren ist Costa Rica immer mehr in den Blickpunkt risikofreudiger
Menschen aus Mitteleuropa geraten, die dem europäischen Brei aus Einerlei
entkommen aber nicht planlos nur einfach aussteigen wollen.
Der
200 km lange Strand am Pazifik wird derzeit noch nur an einigen Punkten von der
vorwiegend amerikanischen Konsumgesellschaft vereinnahmt. Der Rest gehört
allen. Und niemandem. Offiziell per Gesetz.
40
km kann man am Playa Matapalo von den BAHARY BEACH BUNGALOWS wandern ohne
angequatscht zu werden.
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Unter
österreichisch-ungarischer Führung kann man in firstclass - Zelten logieren wie
einst Hemingway.
Ein
Naturschutzgebiet im Hinterland, Pferde wie überall im Land in der
Nachbarschaft und der unendliche Pazifik vor der Tür und am Tisch Steak oder
Fisch vom Hausherrn selbst zubereitet und kaltes Bier. Relax pur.
Wer
hinfährt – wir lassen Ludwig und Andrea ganz lieb grüßen.
Ähnlich
auch weiter nördlich in der Nähe des bereits erwähnten Nosara.
Hier
haben wir Beate getroffen. Vor 13 Jahren aus Deutschland aus- und in Costa Rica
eingewandert.
Ohne
Spanischkenntnisse, nur mit Pferdsinn und Abenteuerlust gepaart mit etwas
Vernunft.
Der
zweite Teil von Beate, Hans-Werner, kam 2001 als Gast und ist bis heute
geblieben.
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Wenn
man die Bilder sieht – wen wundert´s.
Beate
freut sich besonders, wenn sie zur Abwechslung zu „normalen“ Touristen
zwischendurch auch einmal mit erfahrenen Reitern „über den Strand fetzen“
kann. Unbedingt bei der Anmeldung dazusagen. Die entsprechenden Pferde dazu hat
sie.
Wer
hinfährt wird es nicht bereuen. Wir lassen Beate und Hawe ganz lieb grüßen.
Für
die gebremst - oder vielleicht besser gesagt geführt Abenteuerlustigen haben
wir auch Platz gefunden.
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Rund
um den Arenalsee. Eigentlich ein Stausee ist er heute DER Treffpunkt im
Landesinneren für alle, die etwas erleben wollen – mit Rückversicherung.
Landschaftlich sensationell am Fuß des Arenal - Vulkanes. Er ist der einzige richtig aktive. Und wer Glück hat kann abends von der Terrasse aus die Lavaströme bewundern. Allerdings ist er sehr launisch und oft auch hinter einer Wolkenmütze verborgen. Lava ist nicht garantiert. Alles andere schon.
Alle
Arten von Beherbergungs- und Verpflegungsunternehmen sind hier zu finden. Ebenso
jede Menge Veranstalter von Freizeitaktivitäten.
Man
kann an Seilen kreischend durch den Urwald zischen, in Schlauchbooten Flüssen
hinunterschaukeln und sinnlos Fische als Wettbewerb (!?!) aus dem Ozean holen
–
man
kann aber auch im Kajak, auf Schuster´s Rappen oder auf echten Pferden die
Natur tatsächlich erleben.
Noch
ist Platz für alle und viel Natur ohne Müll aus der sogenannten Ersten Welt.
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Eigentlich
sollte man diesen Artikel nicht schreiben.
Die,
die es wissen fahren ohnedies hin –
und die anderen sollten es auch erst finden und nicht hingeschickt werden.

(solange
es noch steht bzw. so ist wie es ist)
mehr
Fotos unter: costa_rica.htm